Geschichte der Boxbrunner Wasserversorgung

Die Wasserversorgung auf einer Hochebene stellt für die Bewohner eines Dorfes immer eine Herausforderung dar. In der Vergangenheit stellten zahlreiche Brunnen die Versorgung der Boxbrunner Bürger mit dem frischen Nass sicher. Viele dieser "alten" Brunnen sind heute noch bekannt und geben Wasser.

 

Mit dem Fortschritt und den Wasserleitungen kam die Notwendigkeit auch in Boxbrunn die Versorgung mit Trinkwasser an die Ansprüche der Zeit anzupassen.

 

Aus diesem Grund baute man 1960 den Wasserturm und erschloss die Wildwiesenquelle. Diese Quelle liegt in der Schlucht zwischen Boxbrunn und Würzberg, nahe der hessischen Landesgrenze.

 

Sie sicherte fortan die Versorgung der Boxbrunner mit Wasser.

 

In den 90er Jahren musste eine neue Quelle erschlossen werden, da die Boxbrunner unter Wasserknappheit litten. Diese war zeitweise so extrem, dass die Amorbacher Feuerwehr Trinkwasser in Löschfahrzeugen in das Boxbrunner Wassernetz einspeiste.

 

Dieser neue Tiefbrunnen wurde in der Nähe der Wildwiesenquelle 70 Meter tief in den Berg gebohrt. Er sichert seither die Versorgung der Boxbrunner Bürger.

Im Zug dieser Arbeiten wurde auch das Pumphaus renoviert und technologisch auf einen neueren Stand gebracht, so dass die Wasserqualität bis heute hervorragend ist.

 

Dies bedeutete dass:

1. Eine neue UV Anlage eingebaut wurde, so dass die Wasserqualität zunächst ohne Zugabe von Chlor erhalten werden kann.

2. 2 neue Pumpen eingebaut wurden.

3. Eine Notchlorung nur bei einer Eintrübung erfolgen muss (diese Eintrübung ist mit dem Auge nicht ersichtlich)

4. Die Entsäuerungsanlage mit einer Edelstahlwanne versehen und somit ebenfalls erneuert wurde.

 

Die Kommunikation zwischen dem Pumphaus und dem Wasserturm erfolgt mittels Funk.

Bei einer drohenden Wasserknappheit leuchtete eine Lampe am Turm, dies war das Zeichen für den Wasserwart mehr Wasser in den Turm pumpen zu lassen.

Alle Boxbrunner wussten somit immer Bescheid ob der Turm gut gefüllt war oder nicht.

 

Im Jahre 2003 wurde dann die gesamte Boxbrunner Kanalisation und das Trinkwasserversorgungsnetz erneuert. Dies führte in Boxbrunn zu einer langen Zeit von Baustellen und Veränderungen, unter anderem wurden als "Nebeneffekte" die Einfahrt an der Kirche von der B47 verändert und das ehem. Wiegehaus abgerissen und die so entstandene Fläche für eine neue Kreuzung und für den Dorfplatz neben dem Dorfgemeinschaftshaus verwendet.

Dabei wurde auch eine biologische Kläranlage errichtet, diese löste die alten Klärgruben ab, die bis dahin an den Häusern das Abwasser vorfilterten.

 

2009 erfolgte nun die vorerst letzte Bautätigkeit im Zusammenhang mit der Wasserversorgung. Der Wasserturm wurde außer Dienst gestellt und eine neue Druckspeicheranlage errichtet. Mit dieser Anlage wird nun aus 2 Tanks mit jeweils 80 m³ Fassungsvermögen das Boxbrunner Trinkwassernetz versorgt.

 

 

Ein paar Bilder von Pumphaus und Quelle

Das Pumphaus, die Kommunikation mit dem Wassernetz erfolgt über die Antenne.

Das neue Entsäuerungsbecken aus Stahl.

Der Deckel der Wildwiesenquelle.

Die neuen Schaltschränke im Inneren des Pumphauses.

Die 2 neuen Pumpen.

Die UV Bestrahlungsanlage und die Pumpen.

Die Vorrichtung zur Notchlorung.

Das neue Entsäuerungsbecken aus Stahl.

Das neue Entsäuerungsbecken aus Stahl.

Der neue Tiefbrunnen.

Die Steuerung und Leitungen des neuen Brunnens.